Warum unterscheidet HonestDog zwischen Rasse und Typ und was ist das eigentlich?

Wenn wir Rasse hören, denken wir sofort an Hunde wie Golden Retriever, SchĂ€ferhunde, Pudel und mehr. Dabei ist der Begriff Rasse nicht so einfach und eindeutig definiert. Also was bedeuten eigentlich Worte wie reinrassig oder Designerrasse? Im Folgenden findet ihr eine Übersicht und warum es an der Zeit sein könnte unsere Idee von Rassen zu verĂ€ndern und warum HonestDog den Begriff Hundetyp bevorzugt.
HonestDog Team
|
Veröffentlicht am 26 Dec 2024
Warum unterscheidet HonestDog zwischen Rasse und Typ und was ist das eigentlich?

Was ist eine Rasse?
Da der Begriff Rasse nicht so einfach und klar definiert ist, wird er, abgesehen von der Tierzucht, in den meisten FĂ€llen vermeiden. In der Tierzucht wird damit eine Gruppe von Individuen derselben Art, die sich in Bezug auf Aussehen und Verhalten Ă€hnlich sind, bezeichnet. Dies gilt auch, wenn sie sich untereinander Fortpflanzen, fĂŒr ihre Nachkommen.
‍
Die heutigen Hunderassen entstanden durch Verpaarung von Hunden, die vom Menschen selektiert wurden. Selektiert wurde anfĂ€nglich nach FĂ€higkeit und Leistung, wahrscheinlich aber auch schon nach Optik. So musste der Hund, der verteidigen und bewachsen sollte vor allem stark und wachsam sein, zudem war ein krĂ€ftiges Aussehen sicherlich ebenfalls von Vorteil. Erst spĂ€ter trat die Optik in den Vordergrund, es grĂŒndeten sich Rassehundvereine und es wurde festgelegt, wie jede Rasse auszusehen hat. Der so genannte Formwert sagt aus, wie sehr ein Hund dem Rassestandard entspricht. Inzucht wurde ein wichtiges Instrument fĂŒr die so genannte Reinrassigkeit. D.h. wenn zwei Hund derselben Rasse verpaart werden, entsprechen die Nachkommen was sowohl Optik, als auch Verhalten angeht den Eltern. Die Abweichungen sollen hierbei so klein wie möglich sein. NatĂŒrlich geht es nicht bei allen Rassen nur um Optik. Hunde die zur Zucht zugelassen werden sollen mĂŒssen bei einigen Rassen (z.B. einige Jagdhunderassen) auch eine rassespezifisch EignungsprĂŒfungen abgelegt haben.
‍
‍
Welche Rassen gibt es?
Welche Gruppe von Individuen aktuell als Rasse anerkannt ist und welche nicht, ist ebenfalls wirklich einheitlich oder einfach geregelt. Um zu verstehen welche Rassen anerkannt sind, mĂŒssen wir uns kurz mit dem Thema ZuchtverbĂ€nde beschĂ€ftigen, denn es gibt nationale und internationale VerbĂ€nde die Rassen anerkennen. Aber nicht jeder Verband erkennt dieselben Rassen an.

Ein großer internationaler, weltweiter Verband ist die FCI (FĂ©dĂ©ration Cynologique Internationale), In diesem sind Nationale DachverbĂ€nde organisiert, z.B. der VDH in Deutschland und der ÖKV in Österreich. In diesen Nationalen VerbĂ€nden sind dann die einzelnen Rassehundevereine in dem Land organisiert, z.B. der Verein fĂŒr Deutsche SchĂ€ferhunde (SV) e.V. der den Deutschen SchĂ€ferhund betreut, oder der Deutscher Windhundzucht- und Rennverband e.V. (DWZRV), der gleich mehrere Rassen betreut. Auch gibt es manchmal mehrere Vereine fĂŒr eine Rasse.
Die drei grĂ¶ĂŸten DachverbĂ€nde sind die FCI, der American Kennel Club (AKC) und der britische Kennel Club (KC). ZusĂ€tzlich gibt es viele weitere Nationale und Internationale VerbĂ€nde und Vereine.

Wenn wir uns nun die Hunderassen ansehen wird es nicht weniger komplex. Es gibt Rassen, die von allen drei VerbĂ€nden anerkannt werden, z.B. der Pudel. Der Langhaarcollie wird auch von allen drei anerkannt, wurde allerdings in Europa und Amerika ein wenig unterschiedlich gezĂŒchtet, so dass nun immer wieder von zwei Varianten gesprochen wird: Amerikanischer Collie und Britischer Collie. Der Bolonka Zwetna wird vom Nationalen Russischen Zuchtverband, der zur FCI gehört anerkannt, aber z.B. nicht vom Österreichischen Dachverband, der ebenfalls zur FCI gehört. Der NiemandslĂ€nder ist eine recht neue Rasse, die nur von dem Verein, der sich 2018 gegrĂŒndet hat, anerkannt wird, zudem ist hier das Zuchtbuch offen, d.h. es dĂŒrfen auch andere Hunde eingekreutzt werden und die Hunde sind in Aussehen und Charakter noch sehr variabel. Daher erkennen die anderen Zuchtvereine den NiemandslĂ€nder nicht als Rasse an.
‍

Brauchen wir Rassen ĂŒberhaupt?

Hunde mit vorhersagbaren Eigenschaften zu haben, war und ist fĂŒr die Arbeit mit Hunden sehr wichtig. Ein JĂ€ger wird mit einem Wachhund, der nĂ€herkommende Individuen verbellt nicht sehr glĂŒcklich werden. Genauso wie ein Mitarbeiter beim Wachschutz mit einem anderen Menschen liebenden Labrador. Auch fĂŒr Familien ist die gezielte Suche nach einem kinderfreundlichen Hund sehr wichtig.

Leider wurde bei vielen Rassen zu viel Gewichtung auf das Aussehen gelegt. Es wurde gezĂŒchtet was dem Menschen gefĂ€llt, Rassen optisch uniform gemacht und damit in vielen FĂ€llen die Gesundheit zu wenig beachtet. Rassen wie Mops, Französische Bulldogge, Bassett und einige mehr zahlen hierfĂŒr den Preis. ZusĂ€tzlich wurde durch Inzucht und die ĂŒbermĂ€ĂŸige Verwendung von sehr beliebten RĂŒden die genetische Vielfalt deutlich eingeschrĂ€nkt. Das Ergebnis sind Rassen mit vielen Erbkrankheiten und wenig Möglichkeiten diese rauszuzĂŒchten. Viele VerbĂ€nde haben geschlossene ZuchtbĂŒcher, das bedeutet, dass nur die Hunde des Verbandes miteinander verpaart werden dĂŒrfen und nicht mit Hunden derselben Rasse anderer VerbĂ€nde (auch hier gibt es je nach Verband Ausnahmen und andere Regelungen). Dies schrĂ€nkt die genetische Vielfalt weiter ein.

Der große Vorteil von Rassen ist, wie oben geschrieben, die Vorhersagbarkeit von Eigenschaften. Aber so wie die Rassehundezucht zurzeit betrieben wird, gibt es zu viele Nachteile.

‍

Gibt es Alternativen?
Es gibt immer mehr ZuchtverbĂ€nde, die Regelungen fĂŒr Gesundheitstest vor dem Zuchteinsatz von Hunden vorgeben, um bestimmte Erkrankungen zu vermeiden. Allerdings ist die derzeitige Umsetzung umstritten. Hunde aus Rassen mit 70 und mehr bekannten Erbkrankheiten mĂŒssen in einem der grĂ¶ĂŸten VerbĂ€nde in Deutschlang nur auf 3-7 getestet werden, bevor man mit ihnen zĂŒchten darf. Viele Experten empfehlen zudem die ZuchtbĂŒcher zu öffnen, die so oft zitierte Reinrassigkeit quasi ĂŒber Bord zu werfen und neben der Gesundheit auch die genetische Vielfalt in den Vordergrund zu stellen.

Beim einigen Rassen wird versucht durch Einkreuzung anderer Rassen die vorhandenen Probleme zu verringern oder zu verhindern. So wird z.B. beim Mops versucht, ĂŒber eine Einzucht von z.B. Beagle oder Shiba Inu die Nase zu verlĂ€ngern. Diese Hunde werden natĂŒrlich von den meisten VerbĂ€nden nicht anerkannt und gelten als Mischling. Aber ist das nicht egal, wenn der Hund dafĂŒr frei atmen kann?

So genannte Designerrassen oder Hybridhunde sind gezielte Mischungen aus verschiedenen Rassen. Hier kann das Ziel sein, bestimmte Eigenschaften zu fördern, zu kombinieren oder Erkrankungen zu eliminieren. Auch diese Hunde sind genau genommen Mischlinge.

Auch gibt es immer mehr Vereine, die sich grĂŒnden und versuchen neue Rassen zu schaffen, indem sie erstmal eine große Vorauswahl an Hunden treffen und diese miteinander verpaaren. Meist sind hier, gerade am Anfang, die ZuchtbĂŒcher offen. Hierzu gehört der oben erwĂ€hnte NiemandslĂ€nder.

Beim Alaskan Husky handelt es sich um einen Hundetyp. Hier werden nordische Hunde gezielt mit anderen Rassen, wie z.B. Pointern verpaart, um im Ergebnis einen schnellen und agilen Schlittenhund zu bekommen. Am Ende zÀhlt die Leistung und Gesundheit.

‍

Wie geht HonestDog damit um?
Da wir die Bezeichnung Typ fĂŒr Hundegruppen sehr sinnvoll finden und diese eben nicht mit den stereotypen Normen einhergeht, wie der Begriff Rasse, nutzen wir diese Bezeichnung fĂŒr viele Hundegruppen, wie NiemandslĂ€nder und Labradoodle. Nach und nach wird Hundetyp das Wort Rasse bei HonestDog ersetzen um auch in der Wortwahl zu verdeutlichen fĂŒr was wir stehen:

Gute und GESUNDE Hundezucht!

‍

In diesem Artikel erfĂ€hrst du mehr ĂŒber das Thema:  Hunderasse: Was ist das und wieso sollten man den Begriff heute nicht mehr verwenden?

Verwandte BeitrÀge
HonestDog Stellungnahme zu Social Media Feedback

HonestDog Stellungnahme zu Social Media Feedback

Unter unseren Social Media BeitrÀgen gab es viele Kommentare. Einige waren sehr positiv, andere eher kritisch. An dieser Stelle wollen wir die Gelegenheit nutzen, auf dieses Feedback von Euch einzugehen und zu einigen Punkten Stellung zu beziehen.

VollstÀndigen Artikel lesen
What We Owe to Pets

What We Owe to Pets

So wie die Dinge stehen - selbst wenn alle Tierheime leer wĂ€ren, wĂŒrden sie sich bald wieder fĂŒllen - es sei denn, wir lösen das Problem am Ansatz. HonestDog setzt genau an diesem Ansatz an und möchte damit die Zahl der Tierheime auf Null reduzieren.

VollstÀndigen Artikel lesen
Feragen und HonestDog: Ein starkes Team fĂŒr die Hundezucht

Feragen und HonestDog: Ein starkes Team fĂŒr die Hundezucht

Feragen und HonestDog kooperieren, um die Hundezucht durch genetische Tests und transparente Welpenvermittlung zu verbessern. Feragen bietet spezialisierte Gentests an, wĂ€hrend HonestDog notwendige Untersuchungen fĂŒr jeden Hundetyp klar angibt und ĂŒberprĂŒft. Diese Partnerschaft ermöglicht die frĂŒhzeitige Erkennung genetischer Erkrankungen und gezielte Zuchtplanung fĂŒr gesĂŒndere Hunde.

VollstÀndigen Artikel lesen

(In)box full of puppies

Get helpful tips, cute puppy pics, and more sent to your inbox

By joining, you agree to our
Warum unterscheidet HonestDog zwischen Rasse und Typ und was ist das eigentlich? | HonestDog Education Center

Cookie Settings

We use cookies and similar technologies to provide, protect, and improve our services. This includes personalizing content and ads. By clicking 'Accept All', you consent to these uses.