Der Podengo Portugues ist kein "Standardhund". Es gibt ihn in drei Größenvarianten (Pequeno, Medio, Grande) sowie in zwei Haararten (kurz- und rauhaarig). Diese enorme genetische Vielfalt bringt spezifische Herausforderungen in der Zucht mit sich. Ein unseriöser Vermehrer achtet selten auf die charakterliche Eignung der Elterntiere. Das Resultat sind oft hyperaktive, extrem nervöse oder unkontrollierbare Hunde, deren Jagdtrieb im Alltag zu einem massiven Problem wird.
Ein verantwortungsvoller Podengo Portugues Züchter legt hingegen größten Wert auf Wesensfestigkeit. Er selektiert Elterntiere, die nicht nur physisch gesund sind, sondern auch eine hohe Toleranzgrenze besitzen. Da diese Hunde sehr agil sind und eine hohe Bindung an ihre Familie aufbauen (Familienfreundlichkeit 4/5), ist eine fachgerechte neurologische Frühstimulation und Prägung in den ersten acht Lebenswochen essenziell, um aus dem kleinen Jäger einen ausgeglichenen, stadttauglichen Begleiter zu machen.
Wichtige rassetypische Gesundheitstests
Mit einer Lebenserwartung von 12 bis 14 Jahren gilt der Podengo als sehr robuste Rasse. Dennoch gibt es rassespezifische Dispositionen, die ein Experte streng überwacht. Gib Dich niemals mit der Aussage "Der Tierarzt hat die Eltern für gesund erklärt" zufrieden. Verlange Einsicht in folgende konkrete, rassetypische Gesundheitszeugnisse:
- Patellaluxation (PL): Besonders bei der kleinen Variante, dem Pequeno (20–30 cm), ist die Kniescheiben-Verrenkung ein Risiko. Beide Elterntiere müssen nachweislich PL-frei (Grad 0) sein.
- Progressive Retinaatrophie (PRA) & Katarakt: Genetisch bedingte Augenerkrankungen können zur Erblindung führen. Eine aktuelle DOK-Augenuntersuchung der Eltern ist Pflicht.
- Hüftgelenksdysplasie (HD): Spielt vor allem bei den schwereren Medio- und Grande-Vertretern (bis zu 30 kg) eine Rolle. Ein offizielles HD-Röntgen mit unauffälligem Befund sichert ein gesundes Hundeleben.
- Legg-Calvé-Perthes-Krankheit: Eine Durchblutungsstörung des Oberschenkelkopfes, die primär kleine Rassen betrifft. Auch hier gibt ein Röntgenbild der Elterntiere Aufschluss.