Ein Herz auf vier Pfoten: Einen English Pointer adoptieren
Die Entscheidung, einem Hund aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu schenken, ist einer der schönsten Schritte, die du im Leben gehen kannst. Wenn du darüber nachdenkst, einen English Pointer zu adoptieren, entscheidest du dich für eine wundervolle, treue und gleichmütige Seele. Diese britischen Jagdhunde sind nicht nur elegant, sondern auch unglaublich menschenbezogen. Doch bevor du diesen großen Schritt gehst, ist es wichtig zu verstehen, was dich erwartet und wie du deinem neuen Begleiter den besten Start ermöglichst.
Warum landen English Pointer im Tierheim?
Es bricht einem oft das Herz, wenn man so prächtige und freundliche Hunde hinter Gitterstäben sieht. Die Gründe, warum ein English Pointer im Tierheim abgegeben wird, liegen selten an mangelnder Zuneigung, sondern oft an falschen Erwartungen der Vorbesitzer:
- Unterschätztes Energielevel: Mit einem Energielevel von 5 von 5 sind Pointer absolute Kraftpakete. Viele Familien unterschätzen das Bedürfnis nach täglicher, ausgiebiger körperlicher Bewegung.
- Jagdtrieb und mentale Auslastung: Als klassische Vorstehhunde der "Sporting Group" wollen und müssen sie arbeiten. Fehlt die geistige Auslastung, können sie Verhaltensauffälligkeiten entwickeln, die unerfahrene Halter überfordern.
- Größe und Kraft: Ein ausgewachsener Rüde kann bis zu 69 cm groß und 36 kg schwer werden. Werden sie nicht konsequent, aber liebevoll geführt, können sie an der Leine eine echte Herausforderung sein.
- Veränderte Lebensumstände: Trennung, der Umzug in eine kleine Stadtwohnung (die Stadttauglichkeit liegt nur bei 3 von 5) oder plötzlicher Zeitmangel führen oft zur schweren Entscheidung der Abgabe.
Was dich bei einem English Pointer aus dem Tierschutz erwartet
Hunde aus dem Tierheim bringen oft einen Rucksack voller Erfahrungen mit. Dein neuer Begleiter könnte anfangs schüchtern oder durch den lauten, hektischen Tierheimalltag gestresst sein. Doch tief im Inneren sind English Pointer überaus loyal, familienfreundlich und sehr verträglich mit anderen Hunden. Wenn du gezielt nach einem English Pointer Tierheim-Hund suchst, solltest du dich auf eine Phase des gegenseitigen Kennenlernens einstellen.
Manche dieser Hunde haben vielleicht noch nie in einem Haus gelebt, andere sind bereits perfekt erzogene Begleiter, die unverschuldet ihr Zuhause verloren haben. Ein großer Vorteil der Rasse im Alltag: Ihr kurzes Fell ohne Unterwolle haart kaum und ist sehr pflegeleicht. Beachte jedoch, dass Tierheimhunde durch den Stress oft etwas abgemagert sind und im Winter schnell frieren können. Ein gut sitzender Hundemantel ist für die erste Zeit oft Gold wert.
Kostenfrage: Adoption vs. Züchter
Wenn du einen English Pointer Welpen von einem seriösen Züchter kaufst, liegt die Preisspanne schnell zwischen 1.200 und 2.500 Euro. Bei einer Adoption aus dem Tierheim oder über einen Tierschutzverein zahlst du hingegen eine sogenannte Schutzgebühr, die meist zwischen 300 und 450 Euro liegt.
Diese Gebühr deckt in der Regel tierärztliche Untersuchungen, Impfungen, den Mikrochip und oft auch die Kastration ab. Das gesparte Geld kannst du wunderbar in eine hochwertige Erstausstattung – wie ein bequemes, dickes Körbchen für die großen Gelenke – und bei Bedarf in einen einfühlsamen Hundetrainer investieren.
Wertvolle Tipps für die Eingewöhnungszeit
Damit der Start in euer gemeinsames Leben reibungslos verläuft, helfen dir diese Ratschläge für die ersten Wochen:
- Geduld und Ruhe: Erwarte in den ersten Tagen nicht zu viel. Lass deinen Pointer in seinem ganz eigenen Tempo ankommen und biete ihm einen sicheren, ruhigen Rückzugsort, an dem er nicht gestört wird.
- Feste Routinen: Vorhersehbarkeit gibt Sicherheit. Füttere ihn und gehe zu ähnlichen Zeiten spazieren, damit sich dein Hund schnell an euren neuen Alltag gewöhnt.
- Sicherung beim Spaziergang: Da der rassetypische Jagdtrieb vorhanden ist und du noch nicht weißt, wie er auf Umweltreize reagiert, ist eine Schleppleine in Kombination mit einem Sicherheitsgeschirr anfangs absolute Pflicht.
- Auslastung langsam steigern: Pointer lieben später Hundesportarten wie Agility oder Flyball. Beginne damit aber erst, wenn die Bindung zwischen euch gefestigt ist und er zur Ruhe gekommen ist. Zunächst reichen ausgiebige Schnüffelspaziergänge völlig aus.
