Sanfter Riese sucht Sofa: Einen Broholmer adoptieren
Die Entscheidung, einem Hund aus dem Tierschutz ein neues Zuhause zu schenken, ist ein wunderbarer und lebensverändernder Schritt. Wenn du darüber nachdenkst, einen Broholmer adoptieren zu wollen, entscheidest du dich für einen ganz besonderen Begleiter. Der dänische Broholmer gilt als gelassener, sanftmütiger Riese, der seine Familie über alles liebt. Doch auch diese gutmütigen Traumhunde verlieren manchmal ihr Zuhause. Hier erfährst du, was dich erwartet, wenn du diesem treuen Beschützer eine zweite Chance gibst.
Warum landen Broholmer überhaupt im Tierheim?
Es bricht einem das Herz, wenn ein so familienfreundlicher Hund hinter Gittern sitzt. Die Gründe, warum ein Broholmer im Tierheim landet, liegen selten in einem bösartigen Wesen, sondern meist in menschlichen Fehleinschätzungen oder veränderten Lebensumständen:
- Unterschätzte Größe und Kraft: Mit einer Schulterhöhe von rund 75 cm und einem Gewicht von 50 bis 70 kg (bei Rüden) ist der Broholmer eine imposante Erscheinung. Manchen Haltern wächst diese schiere Kraft sprichwörtlich über den Kopf, besonders wenn die Leinenführigkeit nicht von klein auf trainiert wurde.
- Falsche Erwartungen an das Energielevel: Obwohl der Broholmer oft als gemütlich beschrieben wird, hat er ein hohes Energielevel. Er liebt ausgedehnte Spaziergänge in der Natur. Ein Leben als reiner Couch-Potato in einer engen Stadtwohnung macht ihn auf Dauer nicht glücklich.
- Finanzielle Gründe: Ein Hund dieser Größenordnung benötigt viel hochwertiges Futter. Auch Tierarztbehandlungen oder Medikamente werden nach Gewicht berechnet und können schnell teuer werden.
- Verlust der Bezugsperson: Scheidung, Krankheit oder der Tod des Besitzers sind oft tragische Gründe, warum diese loyalen Tiere ihr Rudel verlieren.
Was erwartet dich bei einem Broholmer aus dem Tierschutz?
Jeder Tierheimhund bringt seinen eigenen "unsichtbaren Rucksack" voller Erfahrungen mit. Der Broholmer ist von Natur aus sehr menschenbezogen, liebevoll und hat einen ausgeprägten Beschützerinstinkt. Hat er sein Zuhause verloren, trauert er anfangs oft stark. In den ersten Tagen im neuen Zuhause kann er daher zurückhaltend oder unsicher wirken.
Da Broholmer extrem kinderfreundlich und verträglich sind, fassen sie bei liebevoller Behandlung meist schnell wieder Vertrauen. Du solltest jedoch darauf vorbereitet sein, dass ein Tierschutzhund vielleicht noch nicht perfekt das Hunde-Einmaleins beherrscht oder Ängste vor bestimmten Umweltreizen hat. Mit Geduld, Konsequenz und sanfter Führung wird sich dieser wachsame, aber niemals aggressive Hund eng an dich binden.
Kostenvergleich: Tierheim vs. Züchterkauf
Wenn du einen Welpen vom Züchter kaufst, liegt die Preisspanne für diese seltene Rasse meist zwischen 1.800 und 3.500 Euro. Entscheidest du dich dafür, einen Broholmer aus dem Tierschutz aufzunehmen, zahlst du in der Regel eine Schutzgebühr, die meist zwischen 300 und 500 Euro liegt. Dieses Geld deckt einen Teil der Tierarzt-, Impf- und Futterkosten des Tierheims und kommt direkt dem Tierschutz zugute.
Bedenke jedoch die Kosten für die Erstausstattung: Ein XXL-Hundebett, ein robustes Sicherheitsgeschirr und große Näpfe schlagen finanziell zu Buche. Zudem ist es wichtig, Rücklagen für gesundheitliche Vorsorge zu bilden, da große Rassen wie der Broholmer eine eher kurze Lebenserwartung von 7 bis 9 Jahren haben und anfällig für Gelenkprobleme sein können.
Tipps für die Eingewöhnung deines neuen Familienmitglieds
Damit der Start in euer gemeinsames Leben reibungslos verläuft, hier ein paar wertvolle Tipps für die ersten Wochen:
- Schaffe einen festen Ruhepol: Richte ihm einen großen, weichen und geschützten Schlafplatz ein, an den er sich jederzeit zurückziehen kann. Broholmer brauchen viel Schlaf, um Erlebtes zu verarbeiten.
- Etabliere feste Routinen: Feste Fütterungs- und Gassi-Zeiten geben einem unsicheren Tierheimhund Struktur und Sicherheit.
- Langsame Spaziergänge: Überfordere deinen neuen Freund anfangs nicht. Erkundet zunächst ruhige Strecken in der Natur, bevor ihr belebtere Gebiete aufsucht.
- Geduld statt Druck: Der Broholmer ist sensibel. Arbeite ausschließlich mit positiver Verstärkung und baue langsam eine Vertrauensbasis auf.
