Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schief geht.
Wir haben für den Skye Terrier 11 Pflichtuntersuchungen und 6 empfohlene Tests aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA zusammengetragen — gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Was die Note bedeutet
Der Skye Terrier weist mit neun Pflichttests eine überdurchschnittlich hohe genetische Belastung auf, weshalb beim Welpenkauf große Vorsicht geboten ist. Besonders schwere Erkrankungen wie die chronische Hepatitis (CH) und die neurologische Erkrankung SLEM erfordern eine lückenlose Überwachung der Elterntiere. Zudem stellt die Hüftgelenksdysplasie (HD) in Kombination mit dem typisch langen Körperbau ein ernstzunehmendes Risiko für die Mobilität dar.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universal-Lösung. Beim Skye Terrier sind aktuell 11 Pflichttests verbreitet, dazu 6 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut testet alle Pflichttests plus 6 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu den Pflichttests:
Ektropium / Entropium
Augen
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Fehlstellung der Augenlider des Hundes. Beim Entropium rollt sich das Augenlid nach innen, wodurch die Haare auf der empfindlichen Hornhaut reiben, während beim Ektropium das Lid schlaff nach außen hängt und das Auge ungeschützt austrocknet. Beide Formen betreffen das Auge und können ohne Behandlung zu chronischen Entzündungen führen.
Bestanden: CLEAR
Progressive retinale Atrophie, generisch(PRA)
Augen
Die progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erblich bedingte Erkrankung des Auges, bei der die Netzhaut (Retina) langsam ihre Funktion verliert. Dabei sterben die lichtempfindlichen Zellen im hinteren Teil des Auges schrittweise ab. Da diese Zellen für das Sehen verantwortlich sind, führt der fortschreitende Abbau letztlich zur vollständigen Erblindung des Hundes.
Bestanden: CLEAR
Retinadysplasie(RD)
Augen
Retinadysplasie ist eine angeborene Fehlentwicklung der Netzhaut (Retina) im Auge des Hundes. Dabei bilden sich die lichtempfindlichen Schichten der Netzhaut nicht korrekt aus, was zu Faltenbildung oder Gewebeveränderungen führt. Diese Fehlentwicklung beeinträchtigt die normale Funktion des Sehsinns direkt von Geburt an.
Augen · Bestanden: CLEAR
Glaucoma, primary open angle(POAG)
Augen und Sehvermögen
Das primäre Offenwinkelglaukom ist eine erbliche Erkrankung des Auges, bei der die natürliche Flüssigkeit im Auge nicht mehr richtig abfließen kann. Dadurch steigt der Druck im Augeninneren langsam an, was mit der Zeit den Sehnerv schädigt und zur Erblindung führen kann. Da der Abflusswinkel des Auges dabei äußerlich normal (offen) erscheint, bleibt die Ursache oft lange unbemerkt.
Augen · Bestanden: CLEAR
Lens luxation(PLL)
Augen und Sehvermögen
Bei der Linsenluxation handelt es sich um eine erbliche Erkrankung des Auges, bei der die Haltebänder der Augenlinse reißen oder zu schwach sind. Dadurch verschiebt sich die Linse aus ihrer normalen Position. Dies kann den Abfluss der Augenflüssigkeit blockieren, wodurch ein schmerzhafter Überdruck im Auge entsteht, der unbehandelt zur Erblindung führt.
Augen · Bestanden: CLEAR
Renale Dysplasie(RD)
Nieren
Renale Dysplasie, in der modernen Tiermedizin auch als "Renal maldevelopment" (RM) bezeichnet, ist eine angeborene Fehlentwicklung der Nieren. Bei dieser Erkrankung reift das Nierengewebe im Mutterleib oder in der Wachstumsphase nicht richtig aus, wodurch das Organ seine Filterfunktion nicht normal erfüllen kann. Dies führt dazu, dass Giftstoffe im Körper des Hundes nicht ausreichend abgebaut werden.
Ultraschall · Bestanden: Normal kidneys on ultrasound
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Pflicht- und empfohlenen Tests, Identitäts- und Aufzucht-Fragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Katarakt
Polygenisch — beide Elterntiere sollten mindestens das Ergebnis "CLEAR" erreichen. Idealerweise besser. Phenotypen aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht herangezogen werden.
Wir sammeln die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen und veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und prüfen jeden hochgeladenen Befund auf Echtheit.
L1 = aus Zuchtordnungen verpflichtend. L2 = empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und durch unser Team auf Echtheit, Datum und Ergebnis geprüft.
Beim Skye Terrier sind aktuell 11 Tests durch die einschlägigen Zuchtordnungen verpflichtend. Die häufigsten sind DNA-Identitätsnachweis, Augenanomalien, Retinale Atrophie - Cone-Rod-Dystrophie 3 (crd3). Jeder Test muss vor der Verpaarung durchgeführt sein und das Ergebnis muss innerhalb des durch die Zuchtordnung festgelegten Bereichs liegen.
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