Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schief geht.
Wir haben für den Bullmastiff 3 Pflichtuntersuchungen und 7 empfohlene Tests aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA zusammengetragen — gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Was die Note bedeutet
Der Bullmastiff erhält die Note D, da die Rasse als schwere Großrasse mit erheblichen gesundheitlichen Risiken belastet ist. Neben der Hüftgelenksdysplasie (HD), die im Zuchtverband zwar getestet wird, stellen vor allem Ellbogendysplasie (ED) und Herzerkrankungen wie die Dilatative Kardiomyopathie (DCM) große Probleme dar. Viele dieser schweren Erkrankungen sind genetisch komplex, was eine einfache Selektion erschwert und die Lebenserwartung der Hunde oft drückt.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universal-Lösung. Beim Bullmastiff sind aktuell 3 Pflichttests verbreitet, dazu 7 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut testet alle Pflichttests plus 7 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu den Pflichttests:
Ektropium / Entropium
Augen
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Fehlstellung der Augenlider des Hundes. Beim Entropium rollt sich das Augenlid nach innen, wodurch die Haare auf der empfindlichen Hornhaut reiben, während beim Ektropium das Lid schlaff nach außen hängt und das Auge ungeschützt austrocknet. Beide Formen betreffen das Auge und können ohne Behandlung zu chronischen Entzündungen führen.
Multifokale Retinopathie 1(CMR1)
Augen
Die Multifokale Retinopathie 1 ist eine erbliche Erkrankung der Netzhaut im Auge. Durch einen genetischen Fehler bilden sich kleine, mit Flüssigkeit gefüllte Bläschen unter dieser Netzhautschicht, was zu örtlich begrenzten Netzhautablösungen führt. Diese Veränderungen beeinträchtigen die Funktion des Auges in der Regel jedoch nicht schwerwiegend.
DNA · Bestanden: Clear or Carrier
Retinadysplasie(RD)
Augen
Retinadysplasie ist eine angeborene Fehlentwicklung der Netzhaut (Retina) im Auge des Hundes. Dabei bilden sich die lichtempfindlichen Schichten der Netzhaut nicht korrekt aus, was zu Faltenbildung oder Gewebeveränderungen führt. Diese Fehlentwicklung beeinträchtigt die normale Funktion des Sehsinns direkt von Geburt an.
Augen
Cervical vertebral compressive myelopathy(CVCM)
Bewegungsapparat
Diese Erkrankung, oft als Wobbler-Syndrom bezeichnet, ist eine chronische Quetschung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. Sie entsteht durch verengte Wirbelknochen oder instabile Bandscheiben, die Druck auf das Nervensystem ausüben. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervensignalen gestört, was die Bewegungskontrolle des Hundes beeinträchtigt.
Roentgen
Cerebellar abiotrophy(CA)
Nervensystem
Die cerebelläre Abiotrophie ist eine erbliche Erkrankung des Nervensystems, bei der Zellen im Kleinhirn (Cerebellum) vorzeitig absterben. Das Kleinhirn ist das Kontrollzentrum für die Koordination von Bewegungen im Gehirn. Durch diesen Zellverlust verliert der Hund zunehmend die Fähigkeit, seine Bewegungen normal zu steuern.
DNA
Neuroaxonal dystrophy, RNF170-related(NAD)
Nervensystem
Die RNF170-assoziierte neuroaxonale Dystrophie ist eine schwere, erblich bedingte Erkrankung des zentralen Nervensystems. Bei dieser Erkrankung kommt es zu Schwellungen an den Fortsätzen der Nervenzellen (den sogenannten Axonen), wodurch die Signalübertragung im Gehirn und Rückenmark gestört wird.
Cystinurie(Cyst-1a)
Nieren
Cystinurie ist eine erbliche Stoffwechselstörung der Nieren. Dabei kann der Körper die Aminosäure Cystin, einen wichtigen Eiweißbaustein, nicht richtig aus dem Urin zurückgewinnen, sodass sie sich im Harntrakt ansammelt. In der Folge bilden sich feste Kristalle und Steine in der Blase und den Harnwegen, die zu schmerzhaften Reizungen führen.
Koerperfluessigkeiten · Bestanden: Clear or Carrier
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Pflicht- und empfohlenen Tests, Identitäts- und Aufzucht-Fragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Ellenbogendysplasie
Polygenisch — beide Elterntiere sollten mindestens das Ergebnis "2" erreichen. Idealerweise besser. Phenotypen aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht herangezogen werden.
Wir sammeln die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen und veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und prüfen jeden hochgeladenen Befund auf Echtheit.
L1 = aus Zuchtordnungen verpflichtend. L2 = empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und durch unser Team auf Echtheit, Datum und Ergebnis geprüft.
Beim Bullmastiff sind aktuell 3 Tests durch die einschlägigen Zuchtordnungen verpflichtend. Die häufigsten sind Ellenbogendysplasie (ED), Hüftgelenksdysplasie (HD), Wesensbeurteilung. Jeder Test muss vor der Verpaarung durchgeführt sein und das Ergebnis muss innerhalb des durch die Zuchtordnung festgelegten Bereichs liegen.
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