Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schief geht.
Wir haben für den Berger de Picardie 3 Pflichtuntersuchungen und 11 empfohlene Tests aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA zusammengetragen — gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Was die Note bedeutet
Der Berger de Picardie zeigt sich als robuste Rasse mit einer durchschnittlichen genetischen Belastung. Während die Hüftgelenksdysplasie (HD) als Hauptrisiko durch strenge Zuchtvorgaben gut kontrolliert wird, sollte man potenzielle Augenerkrankungen wie die Progressive Retinaatrophie (PRA) und den Grauen Star im Blick behalten. Mit den entsprechenden Vorsorgeuntersuchungen der Elterntiere lässt sich das Risiko für diese Erkrankungen jedoch gut minimieren.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universal-Lösung. Beim Berger de Picardie sind aktuell 3 Pflichttests verbreitet, dazu 11 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut testet alle Pflichttests plus 11 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu den Pflichttests:
Cleft palate
Allgemeine Fitness und Anatomie
Eine Gaumenspalte, im Volksmund auch Wolfsrachen genannt, ist eine angeborene Fehlbildung des Schädels. Dabei schließt sich die Trennwand zwischen der Mund- und Nasenhöhle während der Entwicklung im Mutterleib nicht vollständig. Es bleibt eine offene Verbindung bestehen, die das Atmungs- und Verdauungssystem beeinträchtigt.
Physisch · Bestanden: CARRIER
Monorchismus
Andere
Monorchismus ist eine angeborene Besonderheit der Fortpflanzungsorgane, bei der sich nur ein Hoden im Hodensack befindet. Der zweite Hoden ist dabei entweder gar nicht erst herangereift oder liegt noch im Körperinneren, was auch als Kryptorchismus bezeichnet wird. Da im Körperinneren höhere Temperaturen herrschen, kann ein dort verbliebener Hoden langfristig Schaden nehmen.
Physisch · Bestanden: CARRIER
Progressive retinale Atrophie, generisch(PRA)
Augen
Die progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erblich bedingte Erkrankung des Auges, bei der die Netzhaut (Retina) langsam ihre Funktion verliert. Dabei sterben die lichtempfindlichen Zellen im hinteren Teil des Auges schrittweise ab. Da diese Zellen für das Sehen verantwortlich sind, führt der fortschreitende Abbau letztlich zur vollständigen Erblindung des Hundes.
Bestanden: CLEAR
Retinadysplasie(RD)
Augen
Retinadysplasie ist eine angeborene Fehlentwicklung der Netzhaut (Retina) im Auge des Hundes. Dabei bilden sich die lichtempfindlichen Schichten der Netzhaut nicht korrekt aus, was zu Faltenbildung oder Gewebeveränderungen führt. Diese Fehlentwicklung beeinträchtigt die normale Funktion des Sehsinns direkt von Geburt an.
Augen · Bestanden: CLEAR
angeborene Blindheit
Augen und Sehvermögen
Angeborene Blindheit ist eine Fehlentwicklung der Augen oder der Sehnerven, die bereits vor der Geburt entsteht. Betroffen ist das visuelle System des Hundes, wodurch die Weiterleitung von Bildern an das Gehirn gestört ist. Die Diagnose erfolgt meist über eine spezielle Augenuntersuchung (ECVO-DOK-Untersuchung) durch einen Fachtierarzt.
Physisch · Bestanden: CLEAR
Cryptorchidism, retained testicle
Fortpflanzung
Kryptorchismus ist eine angeborene Entwicklungsstörung der Fortpflanzungsorgane bei männlichen Hunden. Dabei wandern einer oder beide Hoden während des Wachstums nicht wie normal in den Hodensack, sondern verbleiben im Bauchraum oder im Leistenkanal. Da die Hoden im Körperinneren einer zu hohen Temperatur ausgesetzt sind, können sie dort keine gesunden Samenzellen bilden.
Physisch · Bestanden: CARRIER
Albinismus
Genetik und DNA
Albinismus ist eine angeborene, erblich bedingte Störung, bei der der Körper des Hundes nicht genügend Melanin herstellen kann. Melanin ist der natürliche Farbstoff, der für die Färbung von Haut, Fell und Augen verantwortlich ist. Da dieser Farbstoff fehlt, sind die betroffenen Gewebe völlig farblos.
DNA · Bestanden: CARRIER
Angeborener Herzfehler
Herz
Ein angeborener Herzfehler ist eine Fehlbildung des Herzens oder der großen Blutgefäße, die bereits vor der Geburt entsteht. Diese strukturellen Veränderungen im Herz-Kreislauf-System stören den normalen Blutfluss und beeinträchtigen die Sauerstoffversorgung des Körpers. Dadurch wird die körperliche Belastbarkeit des Hundes oft stark eingeschränkt.
Bestanden: Normal
angeborene Taubheit(CHSD)
Nervensystem
Angeborene Taubheit ist ein von Geburt an bestehender Hörverlust, der durch das Absterben der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr verursacht wird. Dadurch können Schallwellen nicht mehr richtig verarbeitet und als Signale an das Gehirn weitergeleitet werden. Diese Störung des Gehörs ist meist genetisch bedingt und tritt bei einigen Hunderassen gehäuft auf.
Physisch · Bestanden: BILATERAL_HEARING
Epilepsie(IE)
Nervensystem
Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es zu plötzlichen, unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn, die die normale Informationsübertragung stören. Diese Fehlfunktion äußert sich in wiederkehrenden Krampfanfällen.
Physisch · Bestanden: keine Epilepsie
Hypothyroidism, primary
Stoffwechsel
Bei der primären Schilddrüsenunterfunktion produziert die Schilddrüse selbst nicht genügend Schilddrüsenhormone. Dies liegt meist an einer chronischen Entzündung oder einem Abbau des Schilddrüsengewebes. Da diese Hormone für die Regulierung des Stoffwechsels zuständig sind, verlangsamen sich durch den Mangel viele Körperfunktionen des Hundes.
Bestanden: Normal
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Pflicht- und empfohlenen Tests, Identitäts- und Aufzucht-Fragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Progressive retinale Atrophie, generisch
Autosomal rezessiv: Zwei Träger (CARRIER) dürfen nicht miteinander verpaart werden — 25% der Welpen wären betroffen. Betroffene Hunde sollten gar nicht in der Zucht eingesetzt werden.
Wir sammeln die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen und veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und prüfen jeden hochgeladenen Befund auf Echtheit.
L1 = aus Zuchtordnungen verpflichtend. L2 = empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und durch unser Team auf Echtheit, Datum und Ergebnis geprüft.
Beim Berger de Picardie sind aktuell 3 Tests durch die einschlägigen Zuchtordnungen verpflichtend. Die häufigsten sind Zahnfehlbildungen, Hüftgelenksdysplasie (HD), Wesensbeurteilung. Jeder Test muss vor der Verpaarung durchgeführt sein und das Ergebnis muss innerhalb des durch die Zuchtordnung festgelegten Bereichs liegen.
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