Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schief geht.
Wir haben für den Basset Hound 4 Pflichtuntersuchungen und 11 empfohlene Tests aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA zusammengetragen — gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Was die Note bedeutet
Der Basset Hound leidet unter seinem extremen Körperbau und einer Reihe schwerer Erbkrankheiten, was ihm die Note D einbringt. Besonders die schmerzhafte Hüftgelenksdysplasie (HD) und die vererbbare Lafora-Epilepsie stellen ernste Risiken für die Hunde dar. Auch das Primäre Offenwinkelglaukom (POAG), das zur Erblindung führen kann, muss durch konsequente Zuchttests überwacht werden.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universal-Lösung. Beim Basset Hound sind aktuell 4 Pflichttests verbreitet, dazu 11 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut testet alle Pflichttests plus 11 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu den Pflichttests:
Ektropium / Entropium
Augen
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine Fehlstellung der Augenlider des Hundes. Beim Entropium rollt sich das Augenlid nach innen, wodurch die Haare auf der empfindlichen Hornhaut reiben, während beim Ektropium das Lid schlaff nach außen hängt und das Auge ungeschützt austrocknet. Beide Formen betreffen das Auge und können ohne Behandlung zu chronischen Entzündungen führen.
Bestanden: CLEAR
Nickhautdrüsenvorfall (Cherry Eye)
Augen und Sehvermögen
Ein Nickhautdrüsenvorfall, oft auch als "Kirschauge" bezeichnet, betrifft das Auge des Hundes. Dabei rutscht die Tränendrüse des dritten Augenlids, der sogenannten Nickhaut, aus ihrer normalen Verankerung heraus. Diese Drüse ist wichtig für die Produktion von Tränenflüssigkeit und schwillt durch die Fehlpositionierung rot an.
Physisch · Bestanden: CLEAR
Cervical vertebral compressive myelopathy(CVCM)
Bewegungsapparat
Diese Erkrankung, oft als Wobbler-Syndrom bezeichnet, ist eine chronische Quetschung des Rückenmarks im Bereich der Halswirbelsäule. Sie entsteht durch verengte Wirbelknochen oder instabile Bandscheiben, die Druck auf das Nervensystem ausüben. Dadurch wird die Weiterleitung von Nervensignalen gestört, was die Bewegungskontrolle des Hundes beeinträchtigt.
Roentgen · Bestanden: Normal
Ellenbogendysplasie(ED)
Bewegungsapparat
Ellenbogendysplasie ist eine Fehlentwicklung des Ellenbogengelenks im Bewegungsapparat, bei der die drei beteiligten Knochen nicht exakt ineinanderpassen. Diese Passungenauigkeit führt zu einer ungleichmäßigen Druckverteilung, chronischer Reibung und langfristig zu schmerzhafter Arthrose, also einem fortschreitenden Gelenkverschleiß. Die Erkrankung wird durch das Zusammenspiel mehrerer Gene beeinflusst.
Roentgen · Bestanden: 0
Patellaluxation(PL)
Bewegungsapparat
Bei einer Patellaluxation rutscht die Kniescheibe aus ihrer normalen Gleitrinne im Kniegelenk. Dies ist eine mechanische Fehlbildung des Bewegungsapparates, bei der die Führung der Kniescheibe nicht stabil ist. Ohne Behandlung kann das wiederholte Herausspringen zu dauerhaftem Gelenkverschleiß (Arthrose) und Schmerzen führen.
Physisch · Bestanden: 0
Color Dilution Alopecia / Blue Dog Syndrom(CDA)
Haut und Fell
Die Farbverdünnungsalopezie (CDA) ist eine genetisch bedingte Erkrankung der Haut und der Haarfollikel, die bei Hunden mit aufgehellten Fellfarben wie Blau oder Grau auftritt. Durch eine Fehlverteilung verklumpt der Farbstoff Melanin in den Haaren, wodurch diese brüchig werden und dauerhaft ausfallen. Die Haut verliert dadurch an Schutz und wird anfälliger für äußere Einflüsse.
Haut · Bestanden: CARRIER
seborrhea
Haut und Fell
Primäre Seborrhö ist eine vererbbare Hauterkrankung, bei der die Erneuerung der Hautzellen und die Produktion von Hautfett, dem sogenannten Talg, gestört sind. Die Haut bildet dabei zu schnell neue Zellen und übermäßig viel Fett, wodurch die natürliche Schutzbarriere der Haut geschwächt wird. Dies führt entweder zu sehr trockener, schuppiger Haut oder zu einer stark fettigen Hautoberfläche.
Haut · Bestanden: CARRIER
Platelet dysfunction (thrombocytopathia, Basset hound thrombopathia)(BHT)
Herz und Kreislauf
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um eine erbliche Störung der Blutplättchen (Thrombozyten), die für die Blutgerinnung im Gefäßsystem verantwortlich sind. Aufgrund eines Defekts im sogenannten RASGRP2-Gen können die Plättchen nicht richtig zusammenkleben, obwohl sie in normaler Anzahl im Blut vorhanden sind. Dies führt dazu, dass die natürliche Wundheilung und Blutstillung stark verzögert ist.
DNA · Bestanden: Clear or Carrier (Carrier only bred to Clear)
Severe combined immunodeficiency (SCID)(SCID)
Immunsystem
Bei dieser Erkrankung handelt es sich um einen schweren, erblichen Defekt des Immunsystems, der über das X-Chromosom vererbt wird. Dem Körper des Hundes fehlen wichtige Abwehrzellen, die sogenannten T- und B-Lymphozyten, wodurch er sich nicht gegen Krankheitserreger wehren kann. Ohne diese funktionierende Immunabwehr ist der betroffene Welpe schutzlos gegenüber Viren, Bakterien und Pilzen.
DNA · Bestanden: Clear (or Carrier females bred only to Clear males)
Bandscheibenerkrankung(IVDD)
Nervensystem
Die Bandscheibenerkrankung (oft IVDD genannt) ist eine fortschreitende Erkrankung der Wirbelsäule. Dabei verlieren die Bandscheiben, die als elastische Stoßdämpfer zwischen den Wirbelknochen liegen, ihre Elastizität und können verrutschen oder reißen. Dies drückt auf das empfindliche Rückenmark und führt zu starken Schmerzen sowie Nervenschäden.
Bestanden: Normal
Panosteitis(Pano)
Zähne und Knochen
Panosteitis ist eine schmerzhafte, aber gutartige Entzündung der langen Röhrenknochen, die das Skelettsystem betrifft. Dabei kommt es im Inneren der Knochen vorübergehend zu einer Verdichtung des Gewebes. Diese Veränderung betrifft vor allem schnell wachsende, junge Hunde großer Rassen.
Roentgen · Bestanden: Normal
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Pflicht- und empfohlenen Tests, Identitäts- und Aufzucht-Fragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Hüftgelenksdysplasie
Polygenisch — beide Elterntiere sollten mindestens das Ergebnis "C" erreichen. Idealerweise besser. Phenotypen aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht herangezogen werden.
Wir sammeln die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen und veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und prüfen jeden hochgeladenen Befund auf Echtheit.
L1 = aus Zuchtordnungen verpflichtend. L2 = empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und durch unser Team auf Echtheit, Datum und Ergebnis geprüft.
Beim Basset Hound sind aktuell 4 Tests durch die einschlägigen Zuchtordnungen verpflichtend. Die häufigsten sind Glaucoma, primary open angle (POAG), Hüftgelenksdysplasie (HD), Lafora Epilepsie (Lafora). Jeder Test muss vor der Verpaarung durchgeführt sein und das Ergebnis muss innerhalb des durch die Zuchtordnung festgelegten Bereichs liegen.
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