Gesundheits-Leitfaden
Welche Tests sind Pflicht, woran erkennt man verantwortungsvolle Zucht — und was kostet es, wenn es schief geht.
Wir haben für den Australian Shepherd 7 Pflichtuntersuchungen und 11 empfohlene Tests aus Zuchtordnungen, der Universität von PEI (CIDD) und OMIA zusammengetragen — gewichtet nach Schwere und Erblichkeit.
Was die Note bedeutet
Der Australian Shepherd erhält die Note B. Während Gelenkprobleme wie Hüftgelenksdysplasie (HD) und Ellenbogendysplasie (ED) durch strenge Zuchtauswahl gut kontrolliert werden, ist der weit verbreitete MDR1-Defekt (Arzneimittelüberempfindlichkeit) ein kritisches Thema, das beim Welpenkauf zwingend per Test abgeklärt sein muss. Dank der sehr gut etablierten Gentests in der Rassezucht lassen sich die meisten Risiken jedoch effektiv minimieren.
Jede Rasse ist anfällig für bestimmte Erkrankungen — viele davon sind erblich. Genau wie beim Menschen erben Hunde diese Anlagen von ihren Eltern. Verantwortungsvolle Züchter prüfen ihre Zuchttiere auf diese Veranlagungen und stimmen Verpaarungen so ab, dass das Risiko für die Welpen sinkt.
Nein — aber sie sind das wirksamste Werkzeug, das wir haben. Ernährung, Bewegung, Umfeld und Genetik beeinflussen alle, ob eine Krankheit ausbricht. Wenn Züchter die richtigen Tests einsetzen, sinkt die Wahrscheinlichkeit vieler Erkrankungen deutlich.
Es gibt keine Universal-Lösung. Beim Australian Shepherd sind aktuell 7 Pflichttests verbreitet, dazu 11 weitere empfohlene Tests. Welche das genau sind und welche Schwellenwerte zählen, zeigen wir weiter unten.
Wichtig zu wissen
Für viele Erbkrankheiten existieren noch keine zuverlässigen Screening-Tests. Bei komplexen, polygen vererbten Erkrankungen sagen Tests die Ausprägung beim Welpen nicht immer voraus. Trotzdem sind sie ein mächtiges Instrument verantwortungsvoller Zucht.
Es gibt grundsätzlich zwei Arten von Gesundheitstests:
Untersuchen die DNA des Hundes auf bekannte krankmachende Mutationen. Sie sind schon ab Welpenalter durchführbar und liefern eine binäre Aussage (frei / Träger / betroffen).
Klinische und bildgebende Untersuchungen wie Röntgen, Ultraschall oder Augenspiegelung. Sie zeigen, wie sich eine Anlage tatsächlich beim Hund auswirkt — meist erst ab 12–18 Monaten aussagekräftig.
Wir gruppieren Zuchtprogramme nach Tiefe der Gesundheitstests in drei Stufen. Frag deinen Züchter direkt, welches Level er erfüllt.
Ein Züchter auf Level Sehr Gut testet alle Pflichttests plus 11 weitere klinisch empfohlene Untersuchungen, die das Risiko bei dieser Rasse senken.
Zusätzlich zu den Pflichttests:
Missbildungen
Andere
Unter Missbildungen versteht man angeborene Fehlbildungen des Körpers oder einzelner Organe, die während der Entwicklung im Mutterleib entstehen. Diese strukturellen Veränderungen können das Skelett, das Nervensystem oder die inneren Organe betreffen. Sie entstehen meist durch ein Zusammenspiel aus genetischen Fehlern und äußeren Einflüssen während der Trächtigkeit.
Physisch · Bestanden: frei
Collie Eye Anomaly (CEA)(CEA)
Augen
Die Collie-Augenanomalie (CEA) ist eine angeborene Fehlentwicklung des Auges, bei der sich die Netzhaut und die darunterliegende Gefäßschicht, die sogenannte Aderhaut, nicht richtig ausbilden. Diese Schichten sind entscheidend, um das Licht im Auge zu verarbeiten und die Netzhaut mit Nährstoffen zu versorgen. Da die Erkrankung erblich ist, wird sie von den Elterntieren an die Welpen weitergegeben.
Bestanden: Clear or Carrier
Microphthalmia
Augen
Mikrophthalmie ist eine angeborene Fehlbildung der Augen, bei der ein oder beide Augäpfel abnormal klein entwickelt sind. Diese Entwicklungsstörung betrifft das visuelle System und tritt häufig zusammen mit anderen Augenproblemen wie einer Trübung der Linse (Katarakt) auf. Da die Augenstruktur nicht vollständig ausgebildet ist, kann die Sehfunktion des Auges stark beeinträchtigt sein.
Bestanden: CLEAR
Progressive retinale Atrophie, generisch(PRA)
Augen
Die progressive Retinaatrophie (PRA) ist eine erblich bedingte Erkrankung des Auges, bei der die Netzhaut (Retina) langsam ihre Funktion verliert. Dabei sterben die lichtempfindlichen Zellen im hinteren Teil des Auges schrittweise ab. Da diese Zellen für das Sehen verantwortlich sind, führt der fortschreitende Abbau letztlich zur vollständigen Erblindung des Hundes.
Bestanden: Clear or Carrier
Katarakt(HC)
Augen und Sehvermögen
Der Graue Star (Katarakt) ist eine Erkrankung des Auges, bei der sich die Linse im Laufe der Zeit trübt. Diese Trübung verhindert, dass das Licht richtig auf die Netzhaut fällt, was die Sehfähigkeit stark einschränkt. Ohne Behandlung führt dieser Prozess in der Regel zur vollständigen Erblindung des betroffenen Auges.
Augen · Bestanden: AFFECTED
Pannus - chronic superficial keratitis(CSK)
Augen und Sehvermögen
Pannus ist eine chronische Erkrankung der Augen, bei der das Immunsystem fälschlicherweise die Hornhaut angreift. Durch diese Entzündung wachsen Blutgefäße und dunkles Gewebe über die normalerweise klare Oberfläche des Auges. UV-Strahlung, wie sie im Sonnenlicht vorkommt, verstärkt diesen Prozess erheblich.
Augen · Bestanden: CLEAR
Fellfarbe, Merle(M)
Haut und Fell
Der Merle-Faktor beruht auf einer Veränderung des sogenannten PMEL-Gens, das für die Pigmentierung von Haut und Haaren wichtig ist. Wenn ein Hund diese Erbanlage von beiden Elternteilen erhält, führt dies zu schweren Entwicklungsstörungen der Sinnesorgane. Betroffen sind vor allem das Innenohr und die Augen, da die Pigmentzellen dort eine entscheidende Rolle für die gesunde Entwicklung spielen.
Bestanden: CARRIER
Herzerkrankungen
Herz
Herzerkrankungen betreffen das Herz-Kreislauf-System des Hundes, bei dem die Pumpleistung des Herzens beeinträchtigt ist. Dies kann durch angeborene Fehler oder im Laufe des Lebens erworbene Veränderungen des Herzmuskels oder der Herzklappen geschehen. Dadurch wird der gesamte Körper des Tieres nicht mehr ausreichend mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt.
Physisch · Bestanden: NORMAL
angeborene Taubheit(CHSD)
Nervensystem
Angeborene Taubheit ist ein von Geburt an bestehender Hörverlust, der durch das Absterben der empfindlichen Sinneszellen im Innenohr verursacht wird. Dadurch können Schallwellen nicht mehr richtig verarbeitet und als Signale an das Gehirn weitergeleitet werden. Diese Störung des Gehörs ist meist genetisch bedingt und tritt bei einigen Hunderassen gehäuft auf.
Physisch · Bestanden: BILATERAL_HEARING
Degenerative Myelopathie(DM)
Nervensystem
Die Degenerative Myelopathie ist eine schwere, fortschreitende Erkrankung des Rückenmarks bei Hunden. Dabei baut sich die schützende Hülle der Nervenfasern in der Wirbelsäule langsam ab, was die Signalübertragung zwischen dem Gehirn und den Muskeln stört. Da es sich um eine neurologische Erkrankung handelt, verliert der Hund nach und nach die Kontrolle über seine Bewegungen.
DNA · Bestanden: Clear or Carrier
Epilepsie(IE)
Nervensystem
Epilepsie ist eine chronische Erkrankung des Gehirns und des zentralen Nervensystems. Dabei kommt es zu plötzlichen, unkontrollierten elektrischen Entladungen im Gehirn, die die normale Informationsübertragung stören. Diese Fehlfunktion äußert sich in wiederkehrenden Krampfanfällen.
Physisch · Bestanden: { "resultNotOk": "Krankheit vorhanden" }
Die Levels sind ein Vergleichsrahmen, kein offizielles Zertifikat. Sie helfen, Züchterprogramme nüchtern zu vergleichen.
Eine vollständige Checkliste mit allen Pflicht- und empfohlenen Tests, Identitäts- und Aufzucht-Fragen — direkt zum Mitnehmen.
Zur vollständigen ChecklisteFür Züchter
Maschinenlesbare Verpaarungsregeln, Mindestalter, Prüfschemata und die Anforderungen für die Verifizierung auf HonestDog — als ausdruckbarer Leitfaden.
Beispiel-Regel — Ellenbogendysplasie
Polygenisch — beide Elterntiere sollten mindestens das Ergebnis "1" erreichen. Idealerweise besser. Phenotypen aus belasteten Linien sollten nicht für die Zucht herangezogen werden.
Wir sammeln die Pflichttests aus offiziellen Zuchtordnungen und veterinärwissenschaftlichen Datenbanken — und prüfen jeden hochgeladenen Befund auf Echtheit.
L1 = aus Zuchtordnungen verpflichtend. L2 = empfohlen oder klinisch indiziert. L3 = niedrige Prävalenz. Jede Zuordnung trägt eine Quelle und einen Vertrauenswert.
VDH-Zuchtordnungen, CIDD (Universität von PEI), OMIA (Universität Sydney), kuratierte tierärztliche Eingaben.
Hochgeladene Befunde werden per KI extrahiert und durch unser Team auf Echtheit, Datum und Ergebnis geprüft.
Beim Australian Shepherd sind aktuell 7 Tests durch die einschlägigen Zuchtordnungen verpflichtend. Die häufigsten sind DNA-Identitätsnachweis, Augenprobleme (ophthalmologischer Augentest) (ECVO), Ellenbogendysplasie (ED). Jeder Test muss vor der Verpaarung durchgeführt sein und das Ergebnis muss innerhalb des durch die Zuchtordnung festgelegten Bereichs liegen.
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