Deutscher Tierschutzbund meldet erneuten Anstieg beim Welpenhandel: Im August 2026 schlagen Tierschützer und Veterinärbehörden erneut Alarm. Nach einer vorübergehenden Beruhigung der Zahlen im Anschluss an die Pandemiejahre zeigt der Trend beim illegalen Handel mit jungen Hunden in Deutschland wieder deutlich nach oben. Laut den aktuellsten Erhebungen des Dachverbandes wurden im vergangenen Auswertungszeitraum mindestens 2.250 Tiere in 257 aufgedeckten Fällen registriert – eine besorgniserregende Entwicklung, da die Dunkelziffer um ein Vielfaches höher geschätzt wird. Wer sich derzeit auf der Suche nach einem Vierbeiner befindet, sollte daher genauer hinschauen denn je.
In diesem Beitrag erfährst du, welche Daten hinter dem aktuellen Trend stecken, welche Rassen besonders gefährdet sind und wie du dich vor unseriösen Angeboten schützt.
Daten und Fakten: Warum der illegale Welpenhandel wieder boomt
Die aktuellen Auswertungen des Deutschen Tierschutzbundes zeichnen ein klares Bild: Deutschland bleibt eines der primären Bestimmungsländer für illegal transportierte Heimtiere in Europa. Während die Zahlen nach den historischen Höchstständen der Corona-Jahre kurzzeitig zurückgingen, verzeichnen Behörden und Tierheime nun erneut ein deutliches Plus bei den Fallzahlen und den betroffenen Tieren.
Die datenbasierte Analyse zeigt folgende Schwerpunkte:
- Hohe Fallzahlen: Im abgelaufenen Erfassungsjahr wurden 257 Fälle von illegalem Heimtierhandel behördlich aktenkundig, bei denen 2.250 Tiere sichergestellt oder registriert wurden. Den Großteil davon machten Hundewelpen aus.
- Besorgniserregender Gesundheitszustand: In über 75 Prozent der aufgedeckten Fälle waren die transportierten Tiere akut krank. Sie litten unter Parasiten wie Giardien, gefährlichen Infektionen wie Parvovirose oder zeigten massive Mangelerscheinungen durch viel zu frühes Trennen vom Muttertier.
- Hauptherkunftsländer: Das häufigste Herkunftsland der Welpen war zum wiederholten Male Rumänien, gefolgt von Bulgarien, Ungarn und Polen.
- Getarnte Maschen: Händler verkaufen die Tiere selten mehr in großen Sammeltransporten sichtbar am Straßenrand. Stattdessen werden Welpen vermehrt als angebliche „Privatabgaben“ oder „Hobbyzuchten“ einzeln über Online-Kleinanzeigenportale angeboten.
Dr. Romy Zeller, Fachreferentin für Heimtiere beim Deutschen Tierschutzbund, ordnet die Lage ein: „Der skrupellose Handel mit Hunden und Katzen geht unaufhörlich weiter. Nach den Rekordzahlen während der Coronapandemie und einem anschließenden leichten Rückgang beobachten wir aktuell wieder eine steigende Tendenz“. Das Hauptproblem bleibe die unzureichende Regulierung des anonymen Internethandels.
Beliebte Modehunde im Visier krimineller Händler
Der illegale Markt bedient punktgenau die Nachfrage der Käufer. Kriminelle Vermehrungsbetriebe konzentrieren sich vor allem auf kleine, optisch ansprechende Rassehunde, die im Trend liegen und sich schnell sowie zu hohen Preisen verkaufen lassen.
Besonders häufig betroffen sind unter anderem:
- Zwergspitz (Pomeranian): Durch seine kompakte Größe und das plüschige Fell extrem gefragt, aber anfällig für fehlerhafte Aufzucht.
- Malteser: Ein klassischer Familienhund, der oft unter erfundenen Papieren angeboten wird.
- Französische Bulldogge: Trotz bekannter gesundheitlicher Risiken (Qualzucht-Problematik) nach wie vor ein Kassenschlager auf Online-Plattformen.
Kriminelle Händler verlangen heutzutage oft dieselben hohen Preise wie seriöse Züchter, um keinen Verdacht zu erregen. Der günstige Preis ist schon lange kein verlässliches Abgrenzungskriterium mehr. Wenn du dich über spezifische Rasseeigenschaften und die Bedürfnisse einzelner Hunderassen informieren möchtest, lohnt sich vor der Suche ein Blick in unsere umfassende HonestDog Rasseübersicht.
Die Belastung für Tierheime und Gesellschaft
Wenn die Polizei oder der Zoll illegale Welpentransporte aufgreift, landen die geschmuggelten Hunde fast ausnahmslos in den örtlichen Tierheimen. Für die meist gemeinnützigen Einrichtungen bedeutet das eine immense finanzielle und personelle Zerreißprobe.
Da die Welpen meist weder geimpft noch gechippt sind und kein gültiges Tollwut-Zertifikat besitzen (die Einreise in die EU ist legal erst ab einem Alter von 15 Wochen mit wirksamem Tollwutschutz gestattet), müssen sie wochenlang in Quarantäne. Die täglichen Unterbringungs- und Tierarztkosten summieren sich schnell pro Hund auf Hunderte Euro. Der Deutsche Tierschutzbund sowie Fachverbände fordern daher seit Langem eine EU-weit verpflichtende Kennzeichnung und Registrierung von Hunden sowie strengere Nachweispflichten für Verkäufer auf Online-Plattformen.
Wie du dich und die Tiere schützt: Checkliste für den Welpenkauf
Damit du nicht unfreiwillig Kriminelle unterstützt und dir ein schwerkrankes Tier ins Haus holst, solltest du bei der Wahl deiner Bezugsquelle höchste Vorsicht walten lassen. Weitere praxisnahe Informationen und Hilfestellungen findest du jederzeit im HonestDog Bildungszentrum.
Achte beim Kauf eines Welpen auf folgende Warnsignale und Grundregeln:
- Keine Übergabe an neutralen Orten: Treffe dich niemals auf Parkplätzen, Bahnhöfen oder Tankstellen zur Übergabe. Seriöse Züchter laden dich immer zu sich nach Hause ein.
- Muttertier besichtigen: Du musst das Muttertier zusammen mit den Welpen in ihrer gewohnten Umgebung erleben können. Wenn die Mutter „gerade beim Tierarzt“ oder „auf dem Spaziergang“ ist, brich den Kontakt ab.
- EU-Heimtierausweis prüfen: Achte darauf, dass der Impfpass korrekt ausgefüllt ist und die Daten mit dem Mikrochip des Welpen übereinstimmen. Im Zweifel kannst du den Pass vorab von einem Tierarzt prüfen lassen.
- Gesundheitszustand hinterfragen: Wirkt der Welpe matt, hat er einen aufgeblähten Bauch oder verschmutztes Fell im Analbereich (Hinweis auf Durchfall)? Kauf das Tier nicht aus Mitleid, sondern melde den Fall umgehend den Behörden oder dem Veterinäramt.
Fazit: Transparenz ist der beste Tierschutz
Die Entscheidung für einen Hund begleitet dich viele Jahre. Wenn der Deutsche Tierschutzbund einen erneuten Anstieg beim Welpenhandel meldet, zeigt das eindringlich, dass Aufklärung und verlässliche Strukturen beim Hundekauf wichtiger sind denn je. Mitleidskäufe aus dem Internet halten die Maschinerie der illegalen Vermehrungsbetriebe aufrechterhalten.
Wenn du auf der Suche nach einem neuen Familienmitglied bist, nutze geprüfte und transparente Wege. Plattformen wie HonestDog haben es sich zur Aufgabe gemacht, angehende Hundehalter vor unseriösen Angeboten zu schützen und den Hundekauf sicher, verantwortungsvoll und transparent zu gestalten.
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Warum steigen die Zahlen beim illegalen Welpenhandel wieder an?
Nach einem vorübergehenden Rückgang nach der Pandemie nutzen Händler vermehrt digitale Plattformen und soziale Medien, um Tiere als Privatverkäufe getarnt anzubieten. Durch die hohe Nachfrage nach beliebten Rassen und unzureichende Identitätsprüfungen im Netz bleibt das Geschäft für kriminelle Netzwerke extrem lukrativ.
Ab welchem Alter darf ein Welpe legal nach Deutschland einreisen?
Innerhalb der EU gilt: Ein Welpe darf frühestens im Alter von 12 Wochen gegen Tollwut geimpft werden. Da der Impfschutz erst nach 21 Tagen wirksam ist, ist eine legale Einreise nach Deutschland frühestens mit vollendeten 15 Wochen gestattet.
Was soll ich tun, wenn ich einen Verdacht auf illegalen Welpenhandel habe?
Solltest du auf unseriöse Verkaufsanzeigen stoßen oder dir bei einem Besichtigungstermin Unregelmäßigkeiten auffallen, kaufe das Tier nicht. Informiere umgehend das zuständige Veterinäramt, die Polizei oder wende dich an den Deutschen Tierschutzbund bzw. ein örtliches Tierheim.
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